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Wenn Zettel fliegen lernen

Heute nehme ich mir die große Karte von Berlin vor, um unsere ungeliebten Werbeflyer im Stadtgebiet zu verteilen.Vorher mache ich mir gewissenhaft Notizen: Wo könnte eine Falle lauern, die einen erbosten, oft unflätigen Anruf im Büro zur Folge haben würde?

Mein Alptraum sind die wütenden Horden, die in ihren rubinroten Briefkästen Werbung vorfinden, obwohl ein unübersehbarer Aufkleber genau das verhindern sollte: „Bitte keine Werbung!“
Warum steckt dieses Zeug dann trotzdem in meinem Briefkasten? Habt ihr zu viel Kohle, oder was?! Macht ihr das extra? Die letzte Firma, mit der ich umziehen werde, ist deine! Ihr könnt ja noch nicht mal lesen!

Aber drüber schreiben kann ich, über meine Sicht der Dinge: über argwöhnische Blicke hinter Gardinen, über bergeweise Flyermüll in extra dafür bereit gestellten Kisten, über den erbitterten Machtkampf in der Umzugsbranche, der erstaunliche Blüten treibt. Von den Flyerverteilenden, die vor mir da waren und anderen, die nach mir deren Arbeit zu tun haben: den Werbezettel der Konkurrenz aus dem Müll oder einem Briefkasten zu fischen und genau dort einzuwerfen, wo er mit Sicherheit unerwünscht ist und die aufgedruckte Firma in Verruf bringen wird. Manche machen sich gar die zeitraubende Mühe, konkurrierende Werbung ganz verschwinden zu lassen. Solide ist so eine Vorgehensweise jedenfalls nicht.

Ganzen Arten kann es an den Kragen gehen:  Bären natürlich vorneweg, aber auch Igel, Delfine und Tiger müssen dran glauben, wenn sie sich nicht flink davon machen ehe der Blitz auch sie trifft.

Schreiben darf ich über die andere Seiter der Flyermedaille, die auch  mehr als ein Jahr nach dem erzwungenen Umzug auf die Umzugswiese44 nach wie vor z.B. dafür Sorge trägt, dass Rechnungen bezahlt,  der Mindestlohn ausgezahlt, Steuerzahlungen bedient werden können. Die unsere Werbung für  Personenkreise sichtbar macht, die vom „Computergedöns“ nichts wissen wollen, weil ihnen neue Technologien fremd sind: „Gab’s früher auch nicht!“ 

Und ich darf Frau Helms ins Blickfeld rücken, die zur Zielscheibe aller erzürnten Anrufer_innen und Mailschreibenden wird, weil sie uns repräsentiert, wenn sie den Hörer abnimmt oder eine Mail öffnet und mit wüsten Beschimpfungen und finsteren Drohungen konfrontiert wird. Nicht immer ist das über 8 Jahre gewachsene Fell so dick, dass der rüde Umgangston ihr nichts anzuhaben vermag. Nichtsdestoweniger müssen wir natürlich jede Beschwerde ernst nehmen, unsere Botschaft achtsam vermitteln und daran glauben, dass Artenschutz zur zoologischen Vielfalt beiträgt.

Der heutige Blogtag schließt mit einem Blick in die Rubrik „Öbel“:

„Wir sind ein Umzugsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Umzüge zu organisieren und durchzuführen.

Es Kümmert sich je nach Art und Umfang des Auftrags um Verpackung, Verladung, Transport, Entladung und Einrichtung der nemen Wohnung oder Büros.“

Das Bild des heutigen Blogtages zeigt ein Werk des brasilianischen Street Art Meisters Cranio aus dem Jahre 2014 in  der Berliner Bülowstraße.

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Die Levi’s im Baum

Es hängt eine Hose im Baum. Eine gut erhalten wirkende, schwarze Jeans. Mitten im Ahornbaum, unweit der Umzugswiese 44.

Die Aussicht von diesem Baumwipfel muss prächtig sein: sowohl nach rechts als auch nach links, ein unverbaubarer Panoramablick auf die Panke und ihre Uferpromenade. In unmittelbarer Nähe kein Gebäude, von dem sich die Hose in die Baumkrone hätte hinauf schwingen können. Hat sie sich also ihren Weg vom Gehweg aus gesucht? Eine Person beschließt sich auf der Straße die Hose auszuziehen und sie im Baum zu deponieren? Sie mit einem eleganten Schwung zwischen die Blätter zu werfen, hoffend, dass sie sich um einen kräftigen Ast wickelt und dort auf einem Bügel hängt, gleichsam in einer Art Freiluftschrank, bis sie das nächste Mal getragen werden wird?

Klingt auch nicht unwahrscheinlicher als vor dem Büro von Bären Umzüge Berlin eines Tages auf ein blaues 2-Sitzer-Sofa und 2 Bürostühle zu treffen, die zur Büroarbeit in lockerer Atmosphäre unter freiem Himmel einladen:

https://plus.google.com/100454313007818365531/posts

Die Straßen Berlin-Weddings sind voller Wunder – aus der richtigen Perspektive betrachtet.