Google Drive me crazy

Ich werde alt und älter; zum Färben bleibt keine Zeit mehr, daher lasse ich mein Haar einfach ergrauen; irgendwann knote ich die mittlerweile weißen Zotteln achtlos zu einem Dutt, während ich durch eine Art Schleier zusehen muss, wie mir die Zeit durch die Finger rinnt und einfach davon läuft, während ich an „Google Drive“ langsam zerbreche.

„Kannst du nicht mal wieder was bei Google Maps machen?“, ertönte Kerstins bohrende Frage hinter meinem Rücken. Nein, nicht zwingend, dachte ich, weil ich mit meinen Netzwerksverknüpfungs- und Recherchearbeiten  gut zu tun hatte. „Du hast aber schon länger nichts mehr bei Google Maps gemacht!“, ging es anderntags weiter. „Jaaa! Ich weiheiß“, entgegnete ich leicht gereizt, „die haben aber so viel geändert, das ist nicht mehr so wie früher!“, versuchte ich ihr mit treuherzigem Blick zu erklären. Vergeblich. Kerstins düstere Miene sprach Bände.

Schlecht gelaunt klickte ich das erstbeste Google Maps-Lesezeichen im Browser an, ohne die ich keinen unserer Einträge je wiederfände: 404. That’s an error.Die angeforderte URL wurde auf diesem Server nicht gefunden. That’s all we know. Aha. Nicht nur ich finde Google Maps nicht ohne Weiteres, auch die weltweit größte kommerzielle Suchmaschine, kann mir  auf Anhieb nicht mehr sagen, wo eines ihrer Tools geblieben ist. Zum Aufgeben war es aber noch zu früh. Vor einiger Zeit hatte ich doch noch an diesen Karten gewerkelt, den neuen Facebooklink gepostet und auch diese Spur ins Google-Dickicht gespeichert. Also dieses Sternchen angeklickt und siehe da – dieser Link öffnete sich problemlos, war auch editierbar nach erfolgter Anmeldung.

Aber warum sah ich nur 2 sogenannte „Karten“? Wo war der Rest? Im Laufe der vergangenen Jahre hatte ich sicherlich mehr als ein Dutzend kleiner Firmeninfos zu Bären Umzüge entworfen und auf Googles Kartendienst veröffentlicht. Alles weg. Gelöscht. (An diesem Punkt wünschte ich mir, dass der Suchmaschinenkonzern ebenso effizient mit meinen Löschanträgen im Zuge unseres verlorenen Rechtsstreits verfahren wäre. Uns wäre viel Ärger erspart geblieben!)

Tatsächlich war nur noch der Hinweis auf unseren „Kompass“ und eben der Facebook-Link aktuell verfügbar. Beide Karten hatte ich vor ca 5 Wochen erstellt. Zwar hatte ich mich damals schon über neue Funktionen gewundert, aber mir nicht die Mühe gemacht sie zu erforschen. Ich war schließlich irgendwie zurechtgekommen. Bis ich gestern wie der Ochs vor dem Tore stand und nicht weiter wusste: „Ebene hinzufügen“ (Icon mit Räumlichkeit simulierenden Vierecken), „Unbenannte Ebene“ (Häkchen oder nicht), „Individuelle Stile“ (Schriftzug in wagemutigem Blau, mit blauer Malerrolle als Icon). Und dann der Hinweis, der mich nach Minuten des Rätselratens auf eine weitere Spur brachte: „Alle Änderungen werden in Google Drive gespeichert.“ Und dort würden dann bestimmt auch die verschollenen Karten auf mich warten, freute ich mich.

Zu früh: „Neu auf der Umzugswiese. Unser Kompass“. „Neu auf Facebook: Bären Umzüge Berlin“. Schluss. Keine weiteren Daten vorhanden. Jede persönliche Information ist verschwunden. Alles auf Anfang also. So ein Mist!

Anders herum betrachtet verheißt ein Whiteboard natürlich vielfältigste Möglichkeiten: ich kann auf eine leere Tafel schreiben was ich will, uns im Prinzip komplett neu erfinden – auch wenn’s zeitaufwendig und manchmal nervig ist, wenn sich das richtige Wort partout nicht einstellen mag. Aber letztlich besteht der kreative  Reiz auch nicht darin, sich zu finden, sondern sich zu erschaffen. In diesem Sinne wünsche ich mir ein besonders schöpferisches Neues Jahr. Ich bin davon überzeugt, dass Google seinen Beitrag leisten, mich kontinuierlich auf Trab halten und gelegentlich an den Rand des Wahnsinns treiben wird.

Das Bild des letzten  Blogtages im Jahre 2014 zeigt eines der Graffiti aus der Street Art Compilation in der Bülowstraße.

Bären Umzüge Berlin wünscht allen Kund_innen & Interessierten einen schönen Start in ein wundervolles Neues Jahr!

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Résumé auf der Vorweihnachtswiese

Hinter uns liegen turbulente Wochen und Monate. Die Auslöschung unserer alten Domain, die Neuschöpfung der „Umzugswiese“, das Bemühen sie zu etablieren.

Für mich unvergessen: die durchaus hämischen Kommentare zu meiner unkonventionellen Wortschöpfung: „Wer sucht schon nach „Umzugswiese44″ im Netz?!“  Vielleicht niemand. Fakt ist jedoch, dass wir wieder gefunden werden. Auch Schleichwege führen ans Ziel. Und manchmal sogar schneller als der vermeintlich gerade Weg.

Nachdem die schöpferische Talsohle durchwandert ist, finde ich zwar kaum noch Zeit allwöchentlich zu bloggen, wie ich’s mir jede Woche auf’s Neue vornehme, dafür geht die Überarbeitung unserer Homepage in gemessenem Tempo voran: In gemächlichen Arbeitsschritten habe ich die drögen Überschriften unserer Unterseiten durch flottere Titel ersetzt und in zeitaufwendiger              Internetrecherche die Wegmarken unseres „Kompass“ ermittelt. Schließlich wünschen wir uns, dass unsere Kund_innen wissen, wo es lang geht – was ist vor dem geplanten Umzug zu beachten, wie plane ich die Einrichtung meines neuen Heims? Wo finde ich die Behörden oder Formulare  um meinen Telefonanschluss oder das Kabelfernsehen an-/umzumelden, meinen Wagen zuzulassen oder der Uni/ Bank/Krankenkasse/Rentenversicherung/GEZ meine neue Anschrift mitzuteilen oder den Nachsendeauftrag für die Post auf den Weg zu bringen? Mehr als 90 Links bringen Sie auf die richtige Fährte von allgemeinärztlichen Praxen über Lieferdienst Sushi bis zu Zahnärzt_innen: http://www.umzugswiese44.de/kompass.html

Auf Anraten unseres Webproducers sind wir jetzt zudem  auf Facebook unterwegs. Ich finde es schon schwer genug, die Allgemeinheit auf Google Plus differenzierter zu bespaßen als  es unsere Berliner Konkurrenz tut, daher habe ich unsere Anmeldung beim weltweit größten sozialen Netzwerk bis zum 25. November herausgezögert. Nun sind wir online und unser Umfeld tut, was ich ihm aufgetragen habe: uns liken.

Ich bin mir sicher, dass wir auch der Liebe und Hife des Universums das durchaus zufriedenstellende Fazit unseres Halbjahres auf der Umzugswiese zu verdanken haben so wie es einst Schwarz auf Gelb verheißen wurde: https://umzugswiese44.wordpress.com/2014/09/15/schwarz-auf-gelb/

Mit dem Blogbild des heutigen Tages gedenke ich meiner verstorbenen Freundin und den Lilien ihres Namens.

Wüstenbären

Unser Router ist hin: Der Speedport W 921 V ist von uns gegangen. Nach nur knapp  vier Monaten Dienst auf der Umzugswiese hat er vor sieben Tagen heimlich, still und leise aufgegeben, sich davon gemacht, uns ohne Internet und Festnetztelefonie sitzen lassen. Wir hätten es ahnen können, denn Zuverlässigkeit ist nie seine Stärke gewesen (siehe „Warten auf die Ankunft konzenztrischer Kreise“). Entweder rasten wir mit ihm in VDSL Highspeed durchs Netz oder er kapitulierte vor eingehenden Anrufen mit Systemabstürzen. Wir versuchten dagegen zu halten und quittierten seine unstete Leistung mit täglichen Störungsmeldungen bei der Deutschen Telekom: Sie hatte uns schließlich diesen wankelmütigen Zeitgenossen überlassen, ihn auch noch als besonders leistungsfähig gepriesen. Stattdessen hatten wir auf einmal einen Ochsen an der Hand.

Und das Grauen nahm kein Ende: Im zähen Ringen um ein neues, gerne funktionstüchtiges Gerät wurden wir mit dem Schreckensinstrument konfrontiert, dass die Telekom als „ausgezeichneten Kundenservice“ bewirbt: mindestens 60 Minuten in der Warteschleife, widersprüchliche, falsche oder gar keine Auskünfte, keine Vergabe einer Auftragsnummer, die den Bearbeitungsstand nachvollziehbar gemacht oder Angabe der DHL-Sendungsnummer, die den Versand des Neugeräts verifiziert hätte. Laut der konzerneigenen „Strategie im Klartext“ haben wir ein Erlebnis teilen dürfen, das die Telekomkund_innen miteinander verbindet: „Kunden erhalten schnelle und effiziente Betreuung“ – in einer der größten Servicewüsten Deutschlands.

Seit wenigen Stunden ist ein neuer Speedport W 921 V in unserem Büro beheimatet. Ob es ihm gelingen wird, seine Arbeitsleistung zu unserer vollen Zufriedenheit abzurufen, wird sich noch zeigen müssen.

Das Bild des heutigen Blogtages zeigt einen Hauseingang in der Kreuzberger Oranienstraße.

Bounce!

Wenn ich blogge, lasse ich mich grundsätzlich musikalisch begleiten, sonst klappt’s mit dem Schreiben nicht. Diesmal sind’s Florida Georgia Line & Nelly, ohne die ich kein Zeichen auf den Bildschirm brächte. Aus diesem Grund sind sie auch auf dem Bild des heutigen Blog-Tages zu sehen. Warum mir das wichtig ist? Weil ich mit ihrem Titel „Cruise“ unweigerlich Bounce in Verbindung bringe – und das ist wiederum ein Begriff, der uns zur unsäglichen „Bounce Rate“ führt. Über die hatte ich mich ja schon in einem früheren Blogeintrag einigermaßen verärgert geäußert.

Nichtsdestoweniger ist die Relevanz dieser Absprungrate nach der letzten Google-Suchalgorithmus-Reform um Einiges gestiegen: Wer bleibt warum wie lange auf einer bestimmten Webseite? Oder springt gleich wieder mit einem kräftigen Bounce ab, um beim nächsten Suchtreffer anzudocken? Je niedriger diese grässliche Bounce Rate umso länger die Verweildauer auf einer Homepage desto besser für’s Googleranking, weil es offenbar kund_innenrelevanter „Content“ ist, der die Besucher_in in den Bann zieht. Und „Content“, also aussagekräftiger Inhalt, hat plötzlich einen sagenhaften Stellenwert erhalten. Dafür sind neuerdings eher Backlinks für die Katz. – Was so auch nicht stimmt. „Linkbuilding“, d.h. das Sammeln und Einbauen virtueller Verweise, Hinweise und Verbindungen zur eigenen Homepage ist natürlich nach wie vor von Google gewünscht, wenn ein Internetauftritt von der Suchmaschine erfolgreich geortet werden soll.

Was sagt uns mein gereizter Unterton? Vollkommen richtig: bei unseren Zahlen ist noch deutlich Luft nach unten. Folgerichtig brauchen wir neuen Rasen für die Umzugswiese. Um mir Ideen zu holen, habe ich mir angeschaut, was die Anderen so machen. Von „wirklich beeindruckend“ (ein einziges Umzugsunternehmen in Baden-Württemberg) bis „ganz schlimm“ (bundesweit) war alles dabei.

Ja, und dann gibt es natürlich noch die Berliner Homepage-Klon-Werkstatt. Die tunen den Internetauftritt jeden Betriebes, der genauso klein ist wie wir und liebend gerne im weltweiten Netz wahrgenommen werden möchte. Und im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen sie ihre Sache nicht wirklich schlecht: Viele der von ihnen verantworteten Webseiten sind im ersten Drittel der für uns interessanten Suchergebnisse zu finden. Und ich gebe unumwunden zu, dass wir in sehr viel früheren Zeiten ebenfalls vorhatten die Dienste dieser „Designer“ in Anspruch zu nehmen. Zur Legendenbildung auf der Umzugswiese gehört die Mär, dass sie nicht zum Zuge kamen, weil sie zu teuer gewesen seien. Entschuldigt Leute, ich erinnere mich an einen anderen Plot: Preislich ist mann uns sehr entgegengekommen, allerdings wollten sie meinen Texten ans Leder – und da werde ich fuchsig. Ich schließe nicht aus, dass in einem Parallelluniversum ein Selbst von mir der verrückten Idee einen Raum gibt, Hinz und Kunz dürfe meine Texte lektorieren. In dieser Welt bekommt keine Person einen Huf in die Tür, die ernsthaft glaubt, ich priese „stressfreies Umziehen“ an, nur weil’s en vogue ist, diese Floskel zum must have angesagter Webseiten zählen soll.

Bezeichnenderweise fehlen genderpolitische Einflüsse, die tatsächlich von richtungsweisender Progression zeugen würden, auf all den perfekt normierten Internetauftritten gänzlich. Dass gleichfalls Kund_innen die Dienste von Umzugsfirmen, Umzugsspeditionen, Umzugsunternehmen u.a. wahrnehmen, ist wohl nur auf der Umzugswiese selbstverständlicher Alltag. So gelingt offenbar auch nur unserer Officemanagerin die Direktabrechnung mit Arbeitgeber_innen mühelos. Ohnehin grenzt sich unsere Frau Helms – von mir zwischen Obstschale und Aktendeckeln fotografiert – grundsätzlich vom unterschiedslosen Phänotyp der anonymen Telefonistin ab wie ihn der Genpool einer weltweit agierenden Fotoagentur hervorbringt: entweder oben rechts, gern aber auch mittig links in unmittelbarer Sichtweite des immer gleichen Telefonie-Icons auftauchend, jenes Zertifikats vollkommener SEO-Stereotypie made in Berlin. 

Weil uns der homologe Auftritt widerstrebt, wird die Umzugswiese auch nach der antizipierten Bereicherung um einige Features identifizierbar bleiben als Webseite

Ihrer Umzugsfirma aus dem Kiez:  Bären Umzüge Berlin – Die von der Wiese.

Bildnachweis: http://www.thisis50.com/profiles/blogs/florida-georgia-line-perform-cruise-remix-ft-nelly-at-the-2013

Warten auf die Ankunft konzentrischer Kreise

Ich hatte letzten Montag Geburtstag; ich bin zum fünften Mal 42 geworden. Es ist ein sehr schöner Tag gewesen, weil ich mir auferlegt hatte, nur das zu tun, wonach mir der Sinn stand: verbotene Chips essen, Filme schauen und Glückwünsche entgegen nehmen. Auf der Marienkäfer-Glücksklee-Geburtstagskarte meiner besten Freundin ist zu lesen „…und dass Du in deinem neuen Lebensabschnitt mehr Erfolg hast, mit dem, was Du Dir wünschst.“ Anknüpfend an die ersehnten konzentrischen Kreise ausgehend von höheren Mächten (vgl. „Schwarz auf Gelb“)  ein hoch willkommener Wunsch.

Zurück im zuweilen sehr hässlichen Alltag stellt sich jedoch die Lebenswirklichkeit wie folgt dar: Just in dem Moment, in dem das Telefon klingelt bricht die Internetverbindung zusammen: die Computer stürzen ab und reißen die Telefonverbindung gleich mit in die Tiefe, sodass die virtuelle Verbindung zu unserem Büro auf der Umzugswiese bis auf Weiteres gekappt ist. Und zwar jeden Tag aufs Neue, seitdem ein windiger Mensch von der Telekom uns einen neuen Vertrag mit angeblich Super-Konditionen aufgeschwatzt hat. Nun ist unser Internet so schnell, dass es über seine eigenen Beine stolpert, hinfällt und minutenlang bewusstlos auf der Strecke bleibt.

Das liest sich zwar flott, ist jedoch nicht wirklich witzig, weil  wir  in diesen Tagen wahrlich um jeden Auftrag besonders hart kämpfen müssen (Stichwort: Dumpingpreise der Konkurrenz. Wie jene Firmen kostendeckend arbeiten und ihren Angestellten vernünftige Löhne zahlen wollen, bleibt deren finsteres Geheimnis).

Habe ich schon erwähnt, dass wir  zudem den Atem des hauseigenen Rivalen im Nacken spüren? Auch so eine interessante Konstellation: Kürzlich hat sich ein Familienmitglied unseres Firmengründers selbstständig gemacht und eine weitere kleine Umzugsfirma auf dem ohnehin hart umkämpften Berliner Markt in Stellung gebracht. Aus diesem von uns belächelten, weil als aussichtslos vorverurteiltem Experiment hat sich im Schatten unseres Überlebenskampfes ein erstaunlich  florierender Miniaturbetrieb herausgebildet – unsichtbar im Internet, dafür mittels reibungslos funktionierender Mund-zu-Mund-Propaganda zum Geheimtipp mutiert. Zweifellos ein Geschäftsmodell mit Vorbildcharakter, wie ich Neid zerfressen anerkennen muss.

Das hoffnungsfrohe Bild des heutigen Blog-Tages zeigt ein Stencil aus dem Sachbuch Revolutionäre Frauen“, herausgegeben vom neuseeländischen Queens of the neigbourhood Collective .Vor 2 Jahren prangte Frau Luxemburg noch neben unserem Hauseingang, wurde dann im Zuge von Renovierungsarbeiten übermalt. Zwei Straßen weiter habe ich sie kürzlich wiederentdeckt.

Ihre Umzugsfirma Berlin: Wiesenstr. 44   Bären Umzüge Berlin – Die von der Wiese.

Schwarz auf Gelb

Für gewöhnlich beendet das Foto des aktuellen Blogtages meinen Beitrag. Nicht heute. Liebe und Hilfe des Universums sind gerade jetzt hoch willkommen und müssen deswegen gleich zu Beginn erwähnt werden.

Die Stimmung auf der Umzugswiese ist nämlich überaus gereizt. Der hypnotische Blick aufs Googleranking führt zu melancholischen Remineszenzen an bessere Zeiten, der Blick ins Auftragsbuch macht Falten auf der Stirn. Kein kreativer Funken entzündet ein Licht, das uns einen Plan enthüllte, der sowohl kühn als auch konsensfähig wäre: Wir sind wahrscheinlich nicht die interessanteste Umzugsfirma der Welt; aber ich möchte trotzdem nicht, dass die Ödnis des Mainstreams auf der Umzugswiese Einzug hält, um die Klickzahlen in die Höhe zu treiben und die „bounce rate“ zu senken. Ich habe sehr klare Vorstellungen wie ich mir neuen „content “ keinesfalls vorstelle – nur selber keine einzige fantasievollere Idee mehr vorzuweisen, die meinen Ansprüchen an Authentizität und einem Mindestmaß an Einfallsreichtum genügen könnte. Das erzeugt ein Spannungsfeld, in dem ein zufriedenstellendes Betriebsklima nicht recht gedeiht, Motivation auf ein nicht mehr messbares Level abzusinken scheint, Zweifel am eigenen Leistungsvermögen hingegen den größten Ausschlag erreichen.

Bis mein Blick am etwas schmuddeligen Ausgang des U-Bahnhofs Yorckstraße auf schwarze Buchstaben fällt, fett gedruckt auf leuchtend gelbem Grund: als zwinkerte mir eine höhere Macht in jenem Moment  aufmunternd zu. Nie zuvor ist die Wirkung uneingeschränkter Zuversicht dieser oftmals gesehenen Werbebotschaften einer spirituellen Community willkommener als derzeit. Ich erwarte ihre konzentrischen Kreise in nächster Zeit als unverdrossene Daseinsfreude in unserem Büro.

Der Anwalt

Wir haben einen neuen Rechtsanwalt. Er soll uns in der hoffentlich letzten Runde unseres Rechtsstreits um Markenrecht vertreten. Bis ich ihm gegenüber saß, war mir nicht bewusst gewesen, dass ich eine klare Vorstellung habe, wie ich erfolgsverwöhnte Anwälte sehen will: nobler Füllfederhalter, edle Armbanduhr und feines Mineralwasser auf dem Schreibtisch haben sich am Dienstag als angemessene Attribute herausgestellt. Und diese Sessel! Hinsetzen bedeutet Versinken, die lästigen Fragen nach der richtigen Strategie und ihren Erfolgsaussichten kurzzeitig vergessend. Bis uns auf dem Boden der Tatsachen Klartext erwartete statt der wolkigen Versprechen wie wir sie unserem früheren Rechtsvertreter allzu oft geglaubt hatten. Offenen Wortes, schonungslos – kompromisslos  zeigte uns dieser Anwalt nun einzig jene Handlungsoptionen auf, die sowohl mit dem rechtskräftigen Gerichtsurteil vereinbar sind als auch unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten im Blick behalten.

Im Verlaufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass er in vergangenen Tagen beste Kontakte zur gegnerischen Kanzlei gehabt hatte. Möglicherweise ein Umstand, der unserer Sache noch Nutzen bringen könnte? Die Auflösung dieses Cliffhangers muss bis zum 8. September warten. Dann erst sind die Sommerferien der gegnerischen Seite beendet.

Das Bild des heutigen Blog-Tages zeigt den Regenbogen, der sich am Sonntag just in dem Augenblick zu entfalten begann, als ich um die Ecke bog.

 

Ihre Umzugsfirma Berlin: Wiesenstr. 44. Bären Umzüge Berlin – Die von der Wiese.