Männchen in Berlin

Seit meinem letzten Blogbeitrag ist – ungewollt – einige Zeit vergangen. Postings in sozialen Netzwerken, die Aktualisierung unserer Umzugswiese bedeuten an manchen Arbeitstagen mehr Aufwand als mir lieb ist.
Für den Blick auf die Bemühungen der Anderen bleibt jedoch (fast) immer Zeit. Für einen pointierten Kommentar nicht immer. Für Heiterkeit jedoch stets: „Ein Super Seite Männchen zum Gedanken bringen:)))“.  Ich glaube zwar, dass es Unicef (deren Facebook-Post mit diesem Übertitel geteilt worden war) auch um Weibchen und alle anderen Gender geht, aber in Zeiten fluider Geschlechterbestimmungen  ist so eine Prämisse absolut kleinlich. Schließlich hieß es nicht umsonst auf einer Homepage: „Ansprechpartner/in Frau Kaiser“ .

Überhaupt muss Einfallsreichtum in diesen Zeiten Trumpf sein, da der Markt der Umzugswilligen überschaubar ist – die Anzahl der Umzugsunternehmen in Berlin allerdings nicht.
Das heißt nun werden die ganz harten Bandagen ausgepackt. Plötzlich treiben diffamierende Bewertungen im Cyberspace ihr Unwesen, die den Straftatbestand der Verleumdung nur um allerfeinste Haaresbreite streifen. Und sind 24 Stunden später – nach vehementer Intervention – aus den Google Bewertungen zumindest öffentlich wieder verschwunden. Nur mein giftiger Kommentar legt noch von ihrer Existenz Zeugnis ab.

Antwort vom Inhaber vor einem Monat
Lieber Ingo Schmidt, da uns kein Auftrag vorliegt, der mit Ihrem Namen verbunden wäre, bei uns keine diesbezügliche Reklamation eingegangen ist, uns keine Dame mit einem männlichen Namen kontaktierte, – denn daran würden wir uns sehr gern erinnern, weil wir ein Herz für Trans* haben – halten wir diese Bewertung für ein Fakeprodukt der Konkurrenz. Freundliche Grüße und einen schönen Tag.

Ein andermal kursiert tatsächlich ein fingiertes Angebot, das in dieser Form unser Haus nie verlassen hatte, geschweige denn von unserer verdienten Frau Helms je unterschrieben worden wäre. Ein Argusauge in einem bundesdeutschen Job-Center erwies sich jedoch als besonders wachsam und die Täuschung flog auf, da in diesem Fall  irgendwer besonders plump agiert hatte: Auf dem Briefkopf prangte noch im Juni 2015 dick und fett der Name jener alten Domain, die wir bereits 2014 verlassen mussten.

Gemessen an solchen phantasievollen Dimensionen ist ein vorgegaukelter Besichtigungstermin für einen angeblichen Umzug Berlin-Kanarische Inseln natürlich Kleinkram. Nachdem wir realisierten, dass wir von einem Mitbewerber vorgeführt worden waren, ist es uns sogar beinahe gelungen in das schadenfrohe Gelächter des konkurrierenden Unternehmers in der Nachbarschaft dieser Adresse einzustimmen. Frei nach dem Motto: Humor ist, wenn du trotzdem lachst. Und darüber schreibst.

Das Bild des heutigen Blogtages zeigt genderübergreifende Street Art in Berlins Bülowstraße als urbanen Chic.

Freundliche Grüße von der Umzugswiese.

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